Berichte

Rechenschaftsbericht 2003 - 2004

Bericht des Vorstandes


1. Arbeit der Fachkommission Diabetes Sachsen


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Fachkommission Diabetes Sachsen ist sicherlich das wichtigste Gremium der Diabetologen in Sachsen. Warum ist das so?

Dies ist deshalb so, da sich in dieser Fachkommission sowohl ein Teil der Mitglieder des Vorstandes der SGSE als auch die Vertreter der großen Kliniken sowie niedergelassene Diabetologen und Hausärzte wiederfinden. Auf dieser Basis können neben der fachlichen Arbeit gleichzeitig wichtige aktuelle berufspolitische Dinge besprochen werden.


Folgende Problemkreise hat die Fachkommission Diabetes Sachsen im letzten Jahr vor allem bearbeitet:


Vertreter der großen Krankenkassen waren in die Fachkommission eingeladen und mit ihnen wurden die Probleme insbesondere des DMP Diabetes mellitus Typ 2 diskutiert. Die Fachkommission hat immer wieder auf die großen Probleme des DMP hingewiesen. Dies muß ich hier nicht weiter ausbauen, da es dazu viele schriftliche Stellungnahmen gibt. Allerdings wurde die Fachkommission bei den eigentlichen Entscheidungen oft „außen vor“ gelassen. Bspw. wurde im April d. J. per Zufall bekannt, daß die sächsischen Krankenkassen mit 6 Krankenhäusern ein Gespräch zur Einbeziehung in das DMP Diabetes mellitus Typ 2 führen, ohne wie es vorab besprochen war, die Fachkommission einzubeziehen oder zu informieren und ohne die Regionalvertreter des BVKD überhaupt zu kontaktieren.


Hauptaufgabe der Fachkommission Diabetes ist natürlich die fachliche Arbeit in Diabetologie, Metabolismus und Endokrinologie. In diesem Sinne wurden im vergangenen Jahr die Leitlinien zum Thema Fettstoffwechsel erstellt und dies letztlich mit führenden Fachvertretern aus dem gesamten Bundesgebiet abgestimmt. Hier ist eine Leitlinie entstanden, die sich sehen lassen kann. Die Internetversion mit Evidenzbasierung wird in Kürze im Netz stehen. Die Fachkommission bereitet derzeit die Leitlinien zum metabolischen Syndrom vor. Diese Arbeit wird sicherlich noch einige Monate in Anspruch nehmen. Allen Mitgliedern der Fachkommission sei von hier aus auch gedankt für den großen Zeitaufwand, den Sie außerhalb Ihrer Arbeitszeit bis in die späten Abendstunden hinein bei den vielen Sitzungen aufbringen.


2. DMP Diabetes mellitus Typ 2

Hier möchte ich diesen Punkt in zwei Unterpunkte gliedern. A Inhalte und B aktuelle Entwicklungen.

A Zu den Inhalten:

Mehrfach wurden Argumente gesammelt, warum das DMP Diabetes mellitus Typ 2 so nicht funktionieren kann.

Der DMP-Vertrag wurde TopDown „übergestülpt“. Allerdings haben wir festgestellt, daß Diabetesverträge dort am besten funktionieren, wo die Ärzte das Gefühl hatten „es ist unser Vertrag“. In Sachsen und einigen weiteren Bundesländern haben die Ärzte mit dem DMP das Gefühl „uns wurde unser guter Vertrag genommen und wir haben etwas bekommen, das wir nicht haben wollten“. Zu Beginn des Vertrages stand für die Ärzte ausschließlich die überbordende Bürokratie im Vordergrund; das Anliegen und die medizinischen Inhalte wurden dabei von vielen dadurch gar nicht wahrgenommen. Dies ist heute z. T. noch krassere Realität. DMP wird aus diesem Grunde noch mit „Bögen-ausfüllen“ und „Bögen-zurückbekommen“ verbunden. Auch wenn sich die Bürokratie an einigen Stellen etwas reduziert hat, dieser Geburtsfehler wird dem DMP immer anhaften. Sie alle kennen die Probleme am besten. Die Fachkommission Diabetes Sachsen hatte bereits 2002 darauf aufmerksam gemacht, daß der in der RSAV vorhandene Passus bezüglich fehlender Dokumentation ein zweischneidiges Schwert ist. Sorge war schon damals, daß der Patient Leidtragender eines Prozesses wird, den er selbst gar nicht beeinflussen kann, denn ob und wann ein Arzt den Bogen ausfüllt und abschickt und wie dieser weiter verarbeitet wird, liegt nicht in der Macht des Patienten. Er wird aber angeschrieben, wenn die Folgebögen nicht rechtzeitig da sind, auch dann, wenn er eigentlich aktiv mitarbeitet.

Die Zentralisierung von Datenstellen und Evaluation der Daten führen zu „Anonymität“. Der Vertrag in Sachsen war deshalb so erfolgreich, weil die den Vertrag begleitenden Strukturen (Fachkommission und evaluierendes Institut) den Prozeß permanent begleitet haben. Da in der Fachkommission anerkannte Vertreter aller beteiligten Ebenen vertreten waren, wurden die von ihr entwickelten Leitlinien, die den medizinischen Background bildeten, allgemein akzeptiert. Der Aufbau von Ebenen-übergreifenden Qualitätszirkeln, die in unserem alten Vertrag gefordert waren (im DMP nicht einmal Erwähnung finden!) wurde von den Mitgliedern der Fachkommission ganz maßgeblich unterstützt. Mit dem Aufbau der Zirkel wurden auch die Inhalte der Leitlinien über die Fachkommissionsmitglieder an die Ärzte kommuniziert. Dadurch waren die Leitlinien kein abstraktes Werk aus dem Elfenbeinturm. Die i. R. der Evaluation gewonnenen Daten wurden den Ärzten zeitnah zur Verfügung gestellt. Außerdem waren die Mitarbeiterinnen des Institutes für Biometrie der TU Dresden häufig Gast in Zirkeln, um die Ergebnisse mit den Ärzten zu analysieren und um die Ärzte darin zu unterstützen, eigene Schwachstellen und Stärken aus den Daten abzuleiten. Dadurch hatten die Ärzte nicht das Gefühl, die Daten für ein abstraktes Monster zu erheben, sondern die Datensammelstelle hatte ein Gesicht, welches helfend zur Seite stand. Dies ist nunmehr zerschlagen und wir stellen fest, daß die neue Auswertungsstelle nicht in der Lage ist, die Datenflut zu bewerkstelligen und daß daraus neue abstruse Probleme mit dem DMP entstehen.

Wir Sie aber alle wissen, hat die Barmer EK gemeinsam mit der Ministerin, an deren Seite bspw. Herr Prof. Scherbaum saß, das DMP als vollen Erfolg bejubelt. Hier stellt sich sofort die Frage, warum führende Vertreter unseres Fachgebietes immer wieder diese unsägliche Politik mit unterstützen. Auch darauf wird im Weiteren noch einzugehen sein.


B Aktuelle Entwicklungen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die gegenwärtige Entwicklung aus Sicht der Kliniken ist vor allem dadurch gekennzeichnet, daß die Kassen aus der RSAV heraus verpflichtet sind, 6 Monate nach Akkreditierung des DMP Kliniken zur Einbeziehung in das DMP zu benennen. Diese Benennung hätte zum 1.6. oder 1.7.2004 stattfinden müssen. Ich hatte bereits dargelegt, daß im April per Zufall bekannt wurde, daß derartige Verhandlungen mit verschiedenen Krankenhäusern geführt wurden. Zum 1.7. haben die sächsischen Krankenkassen nunmehr 10 Kliniken für eine Teilnahme am DMP nominiert. Wie Sie wissen, müssen über die KV den Hausärzten und Schwerpunktpraxen Listen mit diesen Kliniknamen zur Verfügung gestellt werden, da Sie dann nur noch in diese Kliniken einweisen dürfen. Der Patient hat sich per Unterschrift dazu verpflichtet, diese Dinge dann auch umzusetzen. Wir haben nunmehr den 1.10.2004 und die Listen stehen nach wie vor den niedergelassenen Ärzten nicht zur Verfügung. Es gibt fadenscheinige Gründe, warum dies bisher nicht passiert ist. Wie gesagt es geht um eine Liste von 10 Kliniken, deren handschriftliche Notierung auf einem Blatt Papier sicherlich keine 10 Minuten braucht und die Übermittlung an die KV Sachsen ist per Fax oder E-Mail sofort möglich. Unserer sächsische Krankenkasssen benötigen dafür mehrere Monate. Regelmäßige Interventionen zu diesem Thema haben zu nichts geführt. Ich werde noch einmal beim nächsten Punkt auf dieses sicherlich kontrovers zu diskutierende Thema zurückkommen.


3. Aus-, Fort- und Weiterbildungen

Dieses Thema funktioniert sicher in Sachsen am besten. Es ist natürlich auch das Thema, wo die Ärzteschaft nur von den eigenen Aktivitäten abhängig ist und nicht von außen gesteuert oder beeinflußt werden kann.



Qualitätszirkel

Folgende Qualitätszirkel finden statt:

- ambulante Qualitätszirkel einer jeden Diabetesschwerpunktpraxis mit „ihren“ Hausärzten


- Qualitätszirkel der regionalen Schwerpunktpraxen bspw. den Qualitätszirkel Ostsachsen oder den Qualitätszirkel Dresden.


Auch die Kliniken haben ihren Qualitätszirkel, der sich ¼-jährlich trifft. Das nächste Treffen ist am 1.11.04 in der Landesärztekammer. Herr Prof. Lohmann ist der neue Leiter dieses Arbeitskreises „Stationäre Diabetesbehandlung in Sachsen“. An Hand der doch emotional geführten Diskussion auf der letzten Tagung des Arbeitskreises wurde ein Schreiben an Herrn Verhees als Stellvertreter des Vorstandes der AOK Sachsen entwickelt.

Ich möchte hier einige Auszüge darbieten:
„Der Arbeitskreis arbeitet in enger Abstimmung mit der Fachkommission Diabetes Sachsen und der Sächsischen Gesellschaft für Stoffwechselkrankheiten und Endokrinopathien. Auf der Veranstaltung wurde die Sorge geäußert, daß sich die aufgebauten Strukturen in der Diabetesversorgung durch die Einführung des DMP-Programms im stationären Bereich verschlechtert werden könnten, was den Intentionen des Arbeitskreises nicht entsprechen würde. Insbesondere wurde folgende Kritik an der Erweiterung des DMP-Programms auf den stationären Bereich in Sachsen geäußert:
Intransparenz des Verfahrens und Einbeziehung entspr. Krankenhäuser
mangelnde Information der Patienten über die Auswirkung des DMP’s auf den stationären Bereich
Wunsch nach Offenhalten des Verfahrens für Krankenhäuser, die Struktur- und Prozeßqualität entspr. dem DMP-Programm erfüllen oder in Zukunft erfüllen können. Dies sollte auch kleine Krankenhäuser einschließen, die o. g. Kriterien erfüllen und somit eine hochqualifizierte Betreuung sicherstellen, aber eine ausreichend hohe Fallzahl nicht darstellen können. Dabei will sich der Arbeitskreis nicht einer Definition der notwendigen Schnittstellenproblematik-Regelversorgung, spezialisierte Betreuung in der Diabetologie wie im ambulanten Sektor durch die diabetologische Schwerpunktpraxis gegen ist -verweigern und stellt gerne seine Expertise zur Diskussion mit Ihnen zur Verfügung.

Herr Verhees wurde zur nächsten Sitzung am 1.11. eingeladen.

Der Qualitätszirkel der Insulinpumpenzentren findet jährlich statt.

Ausbildung von Diabetesassistentinnen DDG

Nach wie vor existieren zwei Fortbildungszentren in Sachsen:

Klinikum St. Georg Leipzig und das Ausbildungszentrum Kreischa/Dresden. Beide Zentren führen jeweils 2 Kurse pro Jahr durch. Erstaunlicherweise ist die Anfrage nach Ausbildungsplätzen ungebrochen.


Regionale „traditionelle Fortbildungsreihen

Sie alle wissen, daß in den Regionen Leipzig, Chemnitz und Dresden viele regionale Fortbildungsreihen stattfinden. Ich möchte hier nur die Chemnitzer Diabetesgespräche oder auch den Kreischaer Stoffwechseltag nennen. Für Kreischa kann ich sagen, daß wir am 27.11. nunmehr auch den 1. Diabetes-Fußtag Kreischa/Freital/Dresden durchführen werden.

Die jährliche Veranstaltung Diabetes in Sachsen ist mit Sicherheit die zentrale Veranstaltung der Diabetologen, Hausärzte und der Diabetesassistenzberufe in Sachsen. Eine kritische Stellungnahme dazu sei mir gestattet. Positiv zu bewerten ist, daß die Teilnehmerzahlen an den bisherigen Veranstaltungen immer recht hoch waren und es tatsächlich einen Disput zwischen Diabetologen und niedergelassenen Hausärzten gegeben hat. Dabei darf nicht übersehen werden, daß die Diabetesassistenzberufe inzwischen den größten Anteil der Teilnehmer an dieser Jahresveranstaltung stellen.

Zur diesjährigen Jahrestagung seien einige Fakten genannt. Bereits in der Vorstandssitzung nach der letzten Jahrestagung 2003 haben wir als Ort für die kommende Jahrestagung 2004 Chemnitz festgelegt. Wir haben außerdem beschlossen, daß eine kritische Prüfung der Kongreßorganisation durch die Fa. Assistenz3 von Frau Feldmann stattfinden muß. In der Vorstandssitzung am 8.3.04 wurde dann doch wieder die Fa. Assistenz3 mit der Organisation der Veranstaltung Diabetes in Sachsen 2004 beauftragt. Ein erster Programmentwurf lag bereits am 10.3.04 vor. Als Hauptproblem der weiteren Arbeit stellte sich dann die Terminplanung dar. Vom 11. - 13.11.04 tagt die Sächsische Gesellschaft für Innere Medizin in Chemnitz. Vom 11.10. - 23.10.04 tagen die Sächsischen Hausärzte in Oybin. Am 3.12.04 findet die Veranstaltung Metabolisches Syndrom in Dresden-Radebeul statt. Daneben sind die Herbstferien noch zu beachten. Es zeigt sich, wie wichtig eine langfristige Terminplanung ist. Wir hatten bereits einmal vor mehreren Jahren versucht, von allen, die Fortbildungsaktivitäten durchführen und planen eine Liste für Sachsen zu erstellen. Dies ist einmalig mit Abstrichen gelungen und in der Folge immer wieder gescheitert. Wir haben uns dann bemüht, eine Parallelveranstaltung mit der Sächsischen Gesellschaft für Innere Medizin in Chemnitz zu planen. Die wurde von der SGIM abgelehnt! Da inzwischen die Tagungskapazitäten in den Großstädten ausgebucht waren, blieb für uns nur noch der 1. und 2.10.04 im Treffhotel Dresden.


Welche Aufgaben resultieren daraus für den neuen Vorstand?

Es sollte nochmals versucht werden, eine schriftliche Planung der Aktivitäten vorzunehmen und diese Planung über die Fachkommission Diabetes Sachsen bzw. über die Sächsische Gesellschaft für Stoffwechselkrankheiten und Endokrinopathien zu koordinieren. Dies auch wenn das infolge der Aktivitäten verschiedenster Pharmaunternehmen schwerfällt. Darüber hinaus halte ich es für außerordentlich wichtig, daß die Firma, die die künftigen Veranstaltungen Diabetes in Sachsen organisiert eine permanente Anbindung an den Vorstand der SGSE hat. Insbesondere muß die finanzielle Situation permanent für den Vorstand erfaßbar und nachvollziehbar sein.


4. Weiterbildung zum Diabetologen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wie Sie wissen ist die Weiterbildung zum Diabetologen nach wie vor z. T. ein offenes Thema. Ich habe den Eindruck, daß derzeit Weiterbildungsaktivitäten zum Diabetologen in Sachsen ruhen. Dies liegt insbesondere darin, daß die Überführung in Länderrecht noch nicht stattgefunden hat. Aus Interesse an unserer Nachwuchssicherung sollten wir also bald die Regionalisierung der Ausbildung zum Diabetologen vorantreiben und den Begriff Diabetologe (Sachsen) rasch zu einer führensfähigen Bezeichnung in das sächsische Arztrecht übernehmen.


5. Qualitätssicherungsmodelle

Wie Sie wissen, haben wir alle die gesetzliche Pflicht des Qualitätsnachweises unserer Arbeit. Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement sind deshalb unabdingbarer Bestandteil unserer Arbeit. Die letzten Jahre unserer zentralen Fachgesellschaft DDG wurden damit verbracht, einen Hickhack um verschiedene Modelle durchzuführen. Dies hat dazu geführt, daß viele Mitglieder der DDG nicht mehr wußten, was sie eigentlich hinsichtlich Qualitätssicherung tun sollen bzw. welchem Modell sie den Vorzug geben sollten. Dieser Hickhack hat erstaunliche Parallelen zur derzeitigen deutschen Bundespolitik. Aus diesem Grunde hat der Bundesverband klinischer Diabeteseinrichtungen ein eigenes Qualitätsssicherungskonzept erarbeitet, das im Klinikbereich eingesetzt werden kann. Der Vorteil ist, daß hinter diesem Modell die größte Zertifizierungsgesellschaft für Kliniken in Deutschland, nämlich KTQ steht. Aus diesen Gründen empfehlen wir natürlich das BVKD-Modell. Parallel dazu hat die DDG ihr Diabetesqualitätsmodell DQM nunmehr weiter entwickelt und aus dem vielen Hickhack zumindestens gelernt, daß die DDG nicht die alleinige Stelle ist, die Qualitätsrichtlinien beschließen kann. Dies insbesondere deshalb, da Qualitätssicherung Aufgabe der Klinikträger bzw. der Praxisbetreiber ist. Das Qualitätssicherungsverfahren des BVKD kann über die DDG auch als Zertifizierungsverfahren anerkannt werden. Damit ist letztlich wieder allen Beteiligten, oftmals persönlich Betroffenen, genüge getan. Auch dies hätte längst passiert sein können, wenn nicht wie so oft persönliche Befindlichkeiten in diesen Dingen eine wesentlichere Rolle spielen würden als Sachinhalte. Viele Kliniken tendieren deshalb gegenwärtig dazu sowohl das BVKD als auch das DDG-Modell umzusetzen.


6. „Politische Aktivitäten“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Arbeit des Vorstandes beschränkt sich nicht auf die vorausgenannten Dinge sondern es gilt eine Vielzahl von politischen Aktivitäten durchzuführen. Das betrifft dann insbesondere oftmals den Vorsitzenden, Stellvertreter oder Frau Dr. Rothe. Vierteljährlich finden die Treffen der Vorsitzenden der Regionalgesellschaften der DDG mit dem obersten Regionalvertreter Herrn Prof. Siegel statt. Diese haben den Vorteil, daß hier immer die aktuellen Aktivitäten aus allen Bundesländern bekannt werden und auf das eigene Land angewendet werden können. Unter anderem haben wir Herrn Prof. Siegel auch geschrieben, daß bspw. im März 04 unter Beteiligung hochrangiger Vertreter der deutschen Diabetologie (Präsident Prof. Kiess, Vorstandsmitglieder Prof. Landgraf, Dr. Risse) eine Veranstaltung mit der Bundesministerin Ulla Schmidt in Leipzig stattgefunden hat, die offenbar das Ziel hatte, die DMP’s hochzujubeln. Dieses ist um so erstaunlicher, als ja insbesondere Herr Prof. Landgraf seine fachlichen Vorbehalte gegenüber dem DMP Diabetes mellitus Typ 2 klar geäußert hatte.

Im Zusammenhang mit den Vorgängen um die DMP’s Typ 1- und Typ 2 kommen uns nach wie vor die Auseinandersetzungen innerhalb der DDG mit den Vorgehensweisen von Herrn Sawicki zu kurz. Diese müßte viel offensiver geführt werden und das nicht nur auf der fachlichen Ebene. Im Ausland wird man oft gefragt, ob unser DMP Diabetes mellitus Typ 2 nicht ein Diabetesverschlechterungsprogramm ist. Und wenn man dann noch gefragt wird, wer denn diese Dinge zu verantworten hat und u. a. den Namen Sawicki nennt, dann wird man zwei Dinge gefragt:

1. wer ist denn Herr Sawicki, was hat dieser wissenschaftlich geleistet?

2. was hat die DDG dem entgegenzusetzen?

Leider werden diese Statements nicht kommentiert. Insbesondere der Präsident der DDG ist nicht in der Lage, die realen Auswirkungen der Sawicki’schen demagogischen Politik zu begreifen oder dem irgend etwas entgegenzuhalten. Auch dies hat er im Antwortschreiben deutlich gemacht. Sie alle wissen, daß Herr Sawicki inzwischen Chef des Instituts für Qualität in der Medizin ist und wir alle werden mit den Auswirkungen dieses Instituts noch zu kämpfen haben.


- Aktivitäten der Regionalgesellschaften zur Ausbildung zum Diabetologen

Die Vorsitzenden der Regionalgesellschaften haben auf ihrer Tagung am 28.4. einstimmig beschlossen, beim Vorstand der DDG die Regionalisierung der Ausbildung zu beantragen und den organisatorischen Ablauf in die Verantwortung der Vorstände der Regionalgesellschaften zu geben. Unverändert sollte der DDG-Vorstand die Ausbildungsinhalte und den kurrikulären Ausbildungsablauf sowie die Zulassungsstandards festlegen und nur Einrichtungen mit extern überprüfter Ausbildungsqualität zur Durchführung der Kurse ermächtigen. Diese Ausbildungsstätten führen gemeinsam mit den Vorständen der Regionalgesellschaften die Auswahlgespräche sowie die Kurse selbst durch. Auch dazu existiert keine Antwort des Vorstandes der DDG.


- Einbeziehung von Herrn Prof. Kiess in die Arbeit der SGSE

Wir hatten Herrn Kiess einmal in der Fachkommission Diabetes Sachsen. Er hat zu diesem Zeitpunkt angedeutet, daß er unsere Meinungen komplett mitträgt und teilt und dafür sorgen wird, daß die sächsischen Inhalte in die Arbeit der DDG mit übernommen werden bzw. in dieser Arbeit aufgehen. Wenn Sie sich die tatsächlichen Aktivitäten von Hr. Kiess in den letzten beiden Jahren anschauen, dann müssen Sie selbst feststellen, daß das Gegenteil der Fall ist. In ähnlicher Richtung sind die Antwortschreiben von Hr. Prof. Kiess auf viele unserer Schriftstücke zu sehen. Dies betr. insbesondere unsere kritische Stellungnahme zum DDG-Kongreß in Hannover und hier wieder ganz besonders die sog. Pro-Kontra-Veranstaltungen mit Herrn Sawicki. Hier hat die DDG ganz klar dem Demagogen Sawicki eine Showbühne geboten.


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
lassen Sie mich zum Ende kommen, ich habe diesen Job jetzt 4 Jahre gemacht, bin also auch 2 Jahre über die satzungsgemäße Zeit hinaus und möchte mich zum Abschluß nochmals sehr für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Ich bin allerdings auch froh, dieses Amt abgeben zu können, da sich leider gezeigt hat, daß nur sehr wenige Dinge tatsächlich auch umsetzungsfähig sind. Dies sind immer wieder die Dinge die wir Ärzte ohne Einfluß von außen allein regeln können. Enthusiasmus ist also vorhanden, der wird allerdings immer wieder von außen gebremst. Schließlich wünsche ich dem neuen Vorstand und dem neuen Vorsitzenden das Engagement, das am Anfang bei mir noch da war, dann kann eigentlich nicht allzuviel schief gehen.



Mit freundlichen Grüßen

PD Dr.med. M. Weck
Vorsitzender


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Mitgliederversammlung SGSE 1.10.2004, Treff-Hotel Dresden


Tagesordnung

- Begrüßung

- Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung

- Feststellung der Beschlußfähigkeit

- Genehmigung und Ergänzung der Tagesordnung

- Bericht des Vorstandes

- Bericht des Schatzmeisters

- Entlastung des Vorstandes

- Wahlen zum Vorstand der SGSE
Wahlleiter: Dr. U. Rothe
- Übergabe an Dr. U. Rothe
- Konstituierung des neuen Vorstandes

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